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Weihnachtszeit (10.12.2006)

Es ist so wahnsinnig passiert in den letzten Wochen. Der Afrikaurlaub ist schon lange ganz weit weg. Aber die Erinnerungen sind großartig. So viele Tiere, die wir in der freien Natur gesehen haben. Es ist wie in einem Film, wenn die Löwen einen Meter neben dir am Auto, welches auch noch offen, also ohne Dach ist, vorbeimarschieren, um auf die Jagd zu gehen. Oder wenn die Giraffen neben dir die Blätter von den Bäumen fressen. Irre!

Heute Nachmittag kommen Freunde und Michas Russischlehrerin zu uns, um sich die Fotos und Videos von Afrika anzusehen. Eine kleine deutsch-russische Adventsrunde mit afrikanischer Musik. Und dazu gibt es Plätzchen und Stollen, die wir gebacken haben. Unmengen. Und sowas von lecker. Da werde ich in Deutschland erstmal eine Fastenkur machen müssen.

Jeden Morgen lade ich inzwischen eine Episode von dem Adventskalender-Podcast hoch. Und die Resonanz ist großartig. Sogar das Goethe-Institut aus Riga ist darauf aufmerksam geworden. Schaut mal vorbei. Es lohnt sich wirklich. http://www.myblog.de/baltikum - da stehen auch die Links zum Podcast. Und das Gästebuch hat noch gaaanz viel Platz.

Vorgestern war meine letzte Veranstaltung hier im Deutsch-Russischen Haus. Merle Hilbk hat aus ihrem Buch „Sibirski Punk“ gelesen. Es war toll!Merle hat bei uns im Gästezimmer übernachtet, sodass wir sie etwas näher kennenlernen durften. Eine sehr faszinierende Frau. Markant irgendwie. Auffällig auch. Und wir hatten sehr viel Spaß. Denn nach der Lesung (der Saal war voll, was mich besonders freut) sind wir noch mit Besuchern und Freunden ins Apschu gefahren und haben gefeiert, getrunken, getanzt und gelacht. Mit Bier und Vodka. Bis zum Morgen. Das habe ich lange nicht mehr gehabt. Sich einfach mal gehen lassen und Spaß haben.

Morgen beginnt die letzte Arbeitswoche. Danach ist Weihnachtsurlaub. Freizeit. Weihnachtszeit. Wir haben unser Zuhause schon mit allerlei Weihnachtskram geschmückt. Sieht richtig schön aus. War aber gar nicht so einfach. Denn die Russen kennen diese Adventszeit ja gar nicht. Hier wird ja erst Silvster Weihnachten gefeiert. So mussten wir zum Friedhof gehen, um Nadelzweige zu kaufen. Denn die tausend Blumenkioske haben sowas hier nicht. Weihnachtsbäume und –Sträuße sind hier eher unecht. Vielleicht liegt es daran, dass es in Russland mehr Birken als Tannen gibt. Keine Ahnung.

Über die Jahreswende kommt dann unser letzter Besuch. Meine Eltern. Nachdem es ihnen im Sommer hier so gut gefallen hat, wollen sie nun den Winter erleben. Hoffen wir nur, dass es bis dahin schneit. Denn zur Zeit sind es Plusgrade, was sehr ungewöhnlich ist.

So langsam wird es bei mir auch zeit, sich nach einem neuen Job umzusehen. Also surfe ich durchs Netz und schaue mir die Stellenangebote an. Es gibt doch ein paar ganz interessante Sachen. Allerdings suchen die meisten jemanden ab sofort oder für den 01.01.07. Allerdings habe ich hier in Russland schon eine Selle angeboten bekommen. Das Reisebüro Cledeco, welches Partner vom Fotoaustasch ist, hat gerade in Berlin eine neue Filliale eröffnet und wollen, dass ich ihnen helfe, in den deutschen Markt zu kommen. Eine wirklich interessante Stelle. Und in Berlin. Allerdings möchte ich noch ein wenig weiter gucken, was sich vielleicht noch so alles bietet. edel music ist immer noch sehr in meinem Herzen. Und vielleicht ergibt sich dort ja auch etwas für mich. Und dann muss ich auch schauen, wie ich es mit den Workshops und Seminaren mache, die ich nächstes Jahr in Russland und im Baltikum geplant habe. Schließlich verdiene ich dort auch Ganz gut Geld und vor allem macht es mir super viel Spaß. Vielleicht muss ich mich selbständig machen und auf Projektbasis arbeiten? Keine Ahnung. Mal sehen. Ein wenig Zeit ist ja noch. Das Arbeitsamt in Deutschland weiß inzwischen Bescheid und fängt mich zur Not erst mal finanziell auf.

Die Reise nach Blagweschensk ist auch gar nicht mehr so weit weg. Am 9. Januar fliegen wir los. Acht Stunden. Wahnsinn. Schade nur, dass es keine Meilen zum Sammeln gibt. Jedenfalls muss ich das Seminar noch vorbereiten. Neun Tage volles Programm. Ohne Pause. Jeden Tag mindestens acht Stunden. Und dann das tägliche Abendprogramm. Also ganz gut, dass ich die nächsten Wochen Urlaub habe.

Und wenn ich wiederkomme, dann ist die Eröffnung der Fotoausstellung vom Fotoaustausch im Swissotel. Das ist dann mein Abschluss, bevor es zurück nach Deutschland geht. Eine Woche habe ich nach Blagaweschensk Zeit, um alles zu packen und mich zu verabschieden. Das wird dann ganz fix gehen. Aber ich freu mich ja schon sehr auf die Heimat.

Heilig Abend (24.12.2006)

Es schneit. Ganz kleine, weiße Flöckchen. Eine hauchdünne Schicht Schnee liegt nun in Moskau. Wenigstens ein Ansatz. Obwohl ich schon von einer weißen Weihnacht ausgegangen bin. Dafür gibt es Weihnachtsmusik aus unserem Fernseher. Also eigentlich aus meinem Computer, aber der ist an den Fernseher angeschlossen, da dieser bessere Boxen hat. Nils Landgren musiziert mit seinen Freunden. Jazzige, warme Melodien mit englischen oder skandinavischen Texten. Oder auch mal ohne. Auf jeden Fall genau das richtige im Moment. Kein „Süßer die Glöcken sie klingen“-Geträller von einem Kinderchor, der sich jedes Jahr aufs Neue die Kehle aus dem Hals singt.

Micha hat gerade die vielen Kerzen angezündet. Die unter unserem Weihnachtsstrauß (ein Baum haben wir uns nicht leisten wollen), die vor dem Fenster und natürlich die vom Adventskranz, auf den wir ganz stolz sind. Denn dieser ist zwangsweise selbst gebastelt und auch das mit Hürden. Wer braucht denn in Moskau schon einen Adventskranz? Advent? Den gibt es hier doch gar nicht. Wäre heute ein Montag, würden die Moskauer wie gewohnt arbeiten gehen. Also gibt es auch keinen Adventskranz zu kaufen. Und wenn doch, dann aus grellgrünem Kunststoff. Schrecklich. Genau wie die Tannenbäume, die im Supermarkt fertig geschmückt zum Abholen bereit stehen. Also müssen die eigenen Bastelfähigkeiten unter Beweis gestellt werden. Wo allerdings bekommt man Grün von Tannen her? Eine Frage, die auf dem Weihnachtsbasar in der deutschen Botschaft ihre Antwort fand. Auf dem Friedhof. Das ist tatsächlich der einzige Ort, an dem man Nadelgrünzeug kaufen kann. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenig Nadelbäume hier zwischen all den Birken. Oder die nachfrage ist einfach nicht da. Wie auch immer, so jedenfalls entstand dann unser Weihnachtsstrauß und -kranz.

Mein erstes Weihnachtsfest ohne Familie. Wie lange habe ich davon schon geträumt. Nicht, dass ich es Zuhause nicht mehr ausgehalten habe, ganz im Gegenteil. Aber irgendwie hat es etwas Erwachsenes. Eigenständiges. Unabhängiges. Und nun, da es soweit ist, ist es nichts wirklich Besonderes mehr. Mit Micha habe ich jetzt sozusagen meine eigene Familie. Und ob wir nun in Moskau sind, oder in Berlin wären – da wir in der Wohnung sitzen, macht es gerade keinen wirklichen Unterschied. Dieser wird wohl erst später sichtbar, wenn wir uns auf den Weg zur Kirche machen, um am deutschen Weihnachtsgottesdienst teilzunehmen. Wie auch immer dieser verlaufen wird.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, sagt man. Und irgendwie stimmt es auch. Meine Gedanken drehen sich um das Jahr, welches hinter mir liegt. Und um die Zukunft. Denn die Zeit in Moskau geht zu Ende und ein neues Stück Leben beginnt. Über beides bin ich froh. Obwohl ich die Zeit in Moskau sicher das eine oder andere Mal vermissen werde. Eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Von ganz oben nach ganz unten. Und umgekehrt. Im rasanten Wechsel. Im Nachhinein für mich kaum nachvollziehbar. Genau wie diese Stadt. Mit ihren gigantischen Unterschieden. Aber das macht sie auch aus und interessant. Und das hat mich weitergebracht. Ich habe viel über mich gelernt. Mit Dingen und Situationen umzugehen. Habe meine Grenzen gespürt und bin über mich hinaus gewachsen. Alles das, was man von einem Jahr im Ausland erwartet. Es ist also aufgegangen. Ein glückliches Jahr? Kann ich so nicht sagen. Aber ein interessantes und wichtiges auf jeden Fall. Und es wird beruflich wahrscheinlich auch meine Zukunft beeinflussen. Aber das entscheidet sich erst Anfang Januar. Sieht aber ganz gut aus. Dann geht für mich in die Tourismusbranche. Auf den ersten Blick etwas komplett anderes als bisher. Auf den zweiten jedoch das gleiche, was ich bisher schon mehrere Male gemacht habe: Aufbau. Bei edel music waren es der Onlinebereich und digitale Vertrieb, in Moskau war es die Kulturarbeit im Deutsch-Russischen Haus. Ein Stellenprofil, wie auf mich persönlich zugeschnitten. Aber abwarten, was das neue Jahr bringt. Jetzt halte ich es erst mal wie die Russen: heute ist heute – morgen ist morgen. Und heute ist Heilig Abend.



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