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Ämter (14.11.2005)

Nun sind es keine drei Monate mehr. Und die Organisation hört nicht auf. Alles muss gekündigt werden. Kann man die Versicherung mitnehmen? Gilt sie im Ausland? Achso, nur innerhalb der EU. Warum ist Russland eigentlich nicht in der EU? Es wäre alles so viel einfacher.

Neulich habe ich an einer Litfasssäule ein Plakat der Arbeitslosen-Telefonhilfe entdeckt. Anonyme Beratung am Telefon. Für alle Hamburger sogar unter einer kostenfreien Hotline. Und tatsächlich: Freundliche Menschen! Zwar wurde ich nach meinem Namen gefragt (so viel zum Thema Anonym), aber ich wurde bedient. Man schrieb mein Anliegen neben meinem Namen und meiner Telefonnummer und versprach einen Rückruf bis 21 Uhr. Und dieser kam. Nur leider konnte mir der Berater nicht wirklich weiterhelfen. Es gibt Mitarbeiter beim Arbeitsamt, die sich speziell mit Auslandsaufenthalten beschäftigen und mir weiterhelfen können. Da bin ich morgen. Denn heute bekam ich meine Kündigung in die Hand. Aber ich soll mir keine Hoffnungen machen, denn außerhalb der EU sieht es mit Förderungen eher schlecht aus. Naja, ich bin gespannt.. Hoffe nur, dass ich nicht fünf Stunden warten und in die Leere starren muss. Vielleicht erwische ich ja auch einen kompetenten, freundlichen Mitarbeiter.

So wie letztes Wochenende bei Mediamarkt. Da gibt es tatsächlich Menschen, die sich alle Zeit der Welt nehmen und dich solange beraten, bis du zufrieden bist. Habe mir einen Laptop gekauft. Und da ich ja keine Ahnung von Computern habe, wurde mir alles erklärt, vorgeführt, alle Laptops miteinander verglichen und und und. So ging ich mit einem guten Gefühl aus dem Laden, auch wenn ich 1.200 € losgeworden bin. Und eine Diebstahl- und-was-weiß-ich-Versicherung hab ich auch gleich mitgenommen. Sollte mir also aus versehen das gute Stück mal herunterfallen, bekomm ich ein neues. Toll! Und das von Jamba! Ja, neben Klingeltönen verkaufen sie also auch Versicherungen. Hoffe nur, dass sie auf diesem Gebiet zuverlässiger sind.

Donnerstag kommen viele fremde Leute in meine Wohnung. Besichtigungstermin von der Hausverwaltung. Und ich drück mir selbst die Daumen, dass ich für mein Laminat und meine neue Küche Abstand bekomme. Und Renovieren möchte ich auch nicht noch einmal. Dafür darf der Nachmieter über eine Woche früher in die Wohnung. Ist doch ein guter Deal, oder?

Und dann muss ich endlich anfangen zu packen. Die CDs in Kisten sortieren wäre schon Mal ein toller Anfang. Macht ja auch Spaß. Aber ich muss mich dazu aufraffen.

Zweifel an Moskau (27.11.2005)

Wie stark ist eigentlich solch ein Herz? Wie belastbar? Was hält es alles aus? Wann zerbricht es? Fragen, die ich mir momentan stelle. Gibt es tatsächlich Narben auf einem Herz? Wie viele Narben darf es haben, um trotzdem noch zu leuchten? Wie schnell heilen Messerstiche? Wie stark kann ein Herz bluten?

Heute morgen noch war ich orientierungslos. Bin in der eisigen Kälte durch die Stadt gelaufen, ohne Ziel. Ein Fuß vor dem anderen. Ohne zu sehen, was links und rechts von mir geschieht. Habe im Kopf Monologe gehalten. Habe zu dir gesprochen, mit dir geredet. Ohne deine Antworten zu formulieren. Habe mich versucht von außen zu betrachten und mich gefragt. Bin ich glücklich? Glücklich mit dir? Ist das der Weg, den ich gehen möchte? Ist der Weg mit dir der richtige? Ist die Beziehung mit dir die, die ich mir vorgestellt habe? Die ich führen möchte? Bist du der Richtige für mich? Möchte ich so mit dir weiterleben?

Nein. Das ist nicht das, was ich wirklich will. Glück ist etwas anderes. Die Stiche im Herzen machen mich schwach. Erschöpft. Stecke so viel Energie und Kraft in diese Beziehung, dass ich kaputt bin. Will nicht mehr Arbeiten müssen. Möchte mich wieder fallen lassen. Leben. Ohne nachzudenken. Ohne Angst haben zu müssen. Vor dem nächsten Schlag. Vor dem nächsten Schritt.

Der Bruch in meinem Leben macht mich verwundbar. Sensibel. Erkenne mich kaum wieder. Der Abschied vom Alten fällt mir schwerer als gedacht. Dieses Gefühl legt sich über die Vorfreude. Unterdrückt sie. Immer wieder muss ich mich aufrappeln. Muss ich kämpfen. Und frage mich, woher diese viele Energie herkommt.

Für wen mach ich das alles? Für mich? Für die vielen Erfahrungen, die ich sonst nicht bekommen würde? Für meine berufliche Qualifikation? Nein. Das sind Nebenerscheinungen, die ich gern mitnehme. Aber entschieden habe ich mich zu diesen Schritten für dich. Für meine Gefühle zu dir. Für die Liebe, die in mir ist. Aber warum tu ich all das, wenn ich an der Liebe zweifele? Wenn ich nicht fest daran glaube, dass es mein Weg ist?

Und so zog ich ganz langsam einen Strich. Zog ihn jedoch nicht zu Ende. Was auch immer mich davon abgehalten hat. Aber ich wurde mir meiner momentanen Situation bewusst. Sah, dass es so nicht einfach weitergehen kann. Dass ich daran zerbrechen würde. Das mein Herz Stück für Stück immer schwacher wird.

„Mach dir nicht so viele Gedanken. Es geht nicht um den Rest deines Lebens“, warf mir eine Freundin an den Kopf. „Was weißt du, was in Moskau passiert und was danach? Geh einfach los und schau, was passiert.“ Vielleicht hat sie Recht. Gibt es die ewige Liebe überhaupt? Kann man sich sicher sein, für die nächsten Jahrzehnte mit diesem einen Menschen an der Seite glücklich zu sein? Ja, man kann. Und ich kenne das Gefühl. Sich keine Sorgen zu machen. Pläne schmieden, ohne gleichzeitig an Alternativen zu denken. Frei zu sein, zu leben, die Zeit zu genießen.

Wir haben miteinander geredet. Ich habe dir all die Fragen gestellt, auf die ich keine Antworten weiß. Und ich habe in deine Augen gesehen. Habe gesehen, wie in dir eine kleine Welt zusammenbrach. War erstaunlich objektiv. Hatte anfangs wenig Emotionen. Und wollte doch nur in deine Arme. Mich an dich festkrallen. Mich festhalten. Und habe gemerkt, dass ich nicht gehen kann. Dass ich noch genug Energie aufbringen will. Den Schritt machen muss.

Die Fragen blieben trotzdem unbeantwortet. Zwar fühle ich mich besser, aber irgendwie fehlt mir immer noch etwas zum festhalten. Ein Ziel. Eine Alternative zu dem, was ich jetzt habe. Werde weiter kämpfen und Opfer bringen. Jedoch ohne wirklich zu wissen, dass es mir das bringen wird, was ich möchte.

Du sagtest mir, dass du mit mir wachsen möchtest. Dass ich dein Leben bin. Dass du lernen, dich verändern möchtest. Für dich. Und ich frage mich immer wieder, wie viel man lernen, sich verändern kann und trotzdem man selbst bleibt. Wie lange wird es dauern, bis man gelernt hat? Und wann gibt man auf?

Ich habe das Gefühl, dass wir aus verschiedenen Richtungen kommen. Uns lieben und einen gemeinsamen Weg gehen möchten. Und so versuchen wir uns zu ändern. Lernen dazu und arbeiten an uns. An unserer Beziehung. Du kommst mir entgegen und ich dir. Aber wie viel Arbeit kommt noch auf uns zu. Wie weit kann man sich verändern, wie viel lernen? Wann beginnt man, sich zu verbiegen? Und ist es dann nicht viel schlimmer zu sehen, dass man gar nicht mehr der ist, der man eigentlich sein möchte? Wird es danach die Liebe, das Zusammenleben geben, was ich suche? Wonach ich mich sehne? Sind es die vielen Kompromisse wert? Gibt es für uns nach Moskau eine Zukunft? Oder lassen wir uns beide erschöpft fallen und gehen wieder unsere eigenen Wege? Ich weiß es nicht. Und ich versuche nicht darüber nachzudenken.

„Denk immer nur an den nächsten Besenstrich. An den nächsten und dann an den danach“, sagt Beppo der Straßenfeger in Momo. „Wenn du nach einer Weile aufschaust und zurück blickst, bist du erstaunt, wie lang die Straße hinter dir ist. Wie viel du geschafft hast. Ganz, ohne aus der Puste zu sein.“ Und vielleicht sollte ich das genauso machen. Nicht an das Jahr in Moskau denken, oder gar an die Zeit danach. Sondern Schritt für Schritt an das, was als nächstes kommt. Und dann werde ich sehen, wie lang die Straße, wie breit unser Weg, wie groß unsere Liebe tatsächlich ist.



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