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Ein Mail aus Moskau (06.12.2005)

Lange habe ich darauf gewartet. Inzwischen schon gar nicht mehr daran gedacht. Meine Tätigkeitsbeschreibung kam gestern per E-Mail. Was sind meine Aufgaben in Moskau? Und schon wieder hat es mich total erwischt. Das Moskau-Fieber. Gerade noch war ich am Zweifeln, ob Moskau tatsächlich der richtige Schritt ist. Ob mich das Praktikum beruflich fordern wird. Hatte gestern noch ein Tiefpunkt und heute erklimme ich wieder die Gipfelspitzen und kann es kaum erwarten.

Ich werde mich vor Ort um Russland-Deutsche Künstler beim IVDK (Internationaler Verband Deutscher Kulturen) kümmern. Soll Förderprogramme heraussuchen, die Künstler bei europäischen Festivals unterbringen, bei der PR des Verbandes helfen, Präsentationen organisieren. Künstler sind in diesem Falle Studenten, Wissenschaftler, Maler, Schriftsteller, Musiker. Die komplette Breite. Außerdem besteht eine Aufgabe darin, eine Ausstellung von russlanddeutschen Künstlern in Deutschland und eine von deutschen Künstlern in Moskau zu organisieren. Was will ich mehr? Das hatte ich mir vorgestellt. Kreative, organisatorische Arbeit. Großartig! Auch das Thema Jugendaustausch ist für mich vorgesehen. Wird der Traum mit Jugendlichen nach Sibirien zu fahren tatsächlich wahr?

Meine Gedanken sind schon wieder komplett in Moskau. Welche Festspiele, Kongresse und Veranstaltungen gibt es? Wie kann ich wo etwas bewegen? Wie wird der Kontakt zu den Künstlern sein? Wie reagieren sie auf mich? Skeptisch? Erfreut? Wie wird die Kommunikation? Deutsch? Russisch? Englisch? Es ist alles so spannend!

Abschiedstour (14.12.2005)

1.300 km haben wir die letzten beiden Tage zurückgelegt. Frankfurt, Darmstadt, Köln, Essen. Besuch von Partnern. Geschäftlich. Tschüß sagen und meinen Nachfolger vorstellen. Noch mal alle Gesichter sehen. Noch mal Menschen in die Arme schließen, die einem privat geworden sind.

Und es war gar nicht so schlimm wie gedacht. Der Zeitplan und die langen Autofahrten unterdrückten die Emotionen. Aber es war toll. Ein kleiner Rückblick auf die letzten Jahre. Ein wunderbarer Abschluss.

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Nächste Woche schon der Umzug nach Berlin. Packen, Wohnung streichen, Kisten schleppen... Und dann beginnt die Zwischenzeit. Ohne ein wirkliches Zuhause. Vorbereitungen für den neuen Lebensabschnitt. Und ich bin so aufgeregt. So motiviert. Das Jahr wird wohl schneller umgehen als ich denke.

Schnee in Berlin (29.12.2005)

Die Nacht ist ganz still. Der Schnee rieselt ganz leise auf den weißen Boden. Die Luft ist kalt. Kleine Wölkchen bilden sich bei jedem Ausatmen vor dem Gesicht. Alle die Geräusche von den Autos, den Menschen, die vereinzelt durch die Straßen irren, selbst die eigenen Schritte sind dumpf. Nur ein leichtes Knacksen, ein ersticktes Knarren ertönt bei jedem Schritt. Es ist wunderbar. Die Laternen strahlen ihr gelbes Licht auf die Wege, die aus Schuhabdrücken entstanden sind.

Ich fühle mich wohl. Entspannt. Leicht. Nicht Leer, denn mir fehlt nichts. Es läuft alles so wunderbar. Fast wie von selbst. Der Umzug nach Berlin ist schon vergessen. Und damit auch der Stress und die Angst. Kisten packen, Auto abholen, einladen, Wohnungsübergabe, Abstand vom Nachmieter, heil in Berlin ankommen, auspacken… Keine Träne ist geflossen. Am Anfang ein paar wenige Gedanken, gefüllt mit Sehnsucht. Aber diese waren schnell vorüber. Kommt da noch was?

Weihnachten war dieses Jahr ganz anders und wunderschön. Das erste Mal nicht bei meinen Eltern gefeiert. Und trotz der Fahrerei von einem Essen zum anderen war es alles so unkompliziert. So ohne Hektik. Die Geschenke waren schon in Hamburg alle besorgt und eingepackt. Alles floss ganz sanft, wie ein kleiner Bach.

Morgen geht es zum dritten Mal nach Berlin-Hellersdorf zum Arbeitsamt. Alles beginnt hier von vorn. Zwar sind alle Unterlagen in Hamburg eingereicht worden, aber die Anmeldung wurde erneut mühsam per Hand in den Computer eingegeben. Morgen der Termin mit dem Job-Vermittler. Zwar habe ich einen neuen Job in Moskau, aber das Gespräch muss sein. Offiziell weiß Berlin davon ja noch gar nichts. Und auch das lass ich über mich ergehen. Rege mich nicht auf. Ärger mich ein wenig, aber lass es nicht an mich heran. Und dieses Gefühl macht mich irgendwie überlegen. Kostet keine Energie. Eine gute Stunde durch die Stadt hin und die gleiche Zeit wieder zurück. Was würde ich sonst in dieser Zeit machen? Es spielt keine Rolle. Denn die Zeit habe ich. Stecke jetzt in dieser Zwischenwelt. Mit viel Raum und Zeit. Freue mich auf den halbwegs geregelten Wochentag ab 5. Januar. Da beginnt mein Russischunterricht. Vier Tage die Woche, vier Stunden. 70 Unterrichtsstunden im Monat. Mittwochs ist frei. Da werden Hausaufgaben gemacht. Dinge erledigt, Termine wahrgenommen.

Aber jetzt kommt erst Silvester. In Berlin. Mit meiner Freundin zusammen. Wir werden es uns gemütlich machen. Etwas kochen, DVDs gucken, entspannen. Ich freu mich drauf. Und dann beginnt das neue Jahr. Das Jahr mit den vielen Erwartungen.



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