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Mir geht’s gut (05.04.2006)

Gott, geht’s mir gut. Die Sonne scheint. Es ist warm. Der Schnee ist fast weg. Die Mütze bleibt zu Hause. Und die Vögel zwitschern! Der Frühling kommt. Wie viel Grad es sind weiß ich nicht. Aber wen interessieren schon die Zahlen. Die Frühlingsgefühle springen in meinem Bauch umher. Nach dem Tief geht es also gerade wieder steil bergauf.

Heute bin ich in mein neues Büro gezogen. Es ist herrlich! Ein neuer Computer mit allen Programmen die ich brauche. Ein großer Monitor. Was will ich mehr? Die Damen im Büro freuen sich auch, dass ich bei ihnen bin. Sie sind so süß. Und vor allem: Ich habe Platz. Einen eigenen großen Schreibtisch. Das Leben ist schön.

Auch wenn es schon April ist, der Veranstaltungsflyer vom Haus für diesen Monat ist endlich fertig geworden. Die letzten Änderungen habe ich heute noch eingetragen, bevor es zum Kopieren und Falten ging. Nun hat das Haus seit langem wieder offiziell Veranstaltungen. Der erste Schritt meiner Arbeit ist getan.

Die Flüge meiner ersten Dienstreise werden gerade gebucht. Es geht nach Kurgan. Kurz hinter dem Ural im Süden. Ich bin total aufgeregt. Ich werde zusammen mit meinem Freund und Journalisten Tobi einen Workshop für die dort lebenden Germanistikstudenten geben. „Umgangssprache“, „Deutsche Landeskunde“ und „Kreatives Schreiben“ werden unsere Themen sein. Drei Tage lang werden wir mit etwa 25 Teilnehmern arbeiten. Wie spannend. Am 24. April geht’s schon los.

Gerade bin ich von der Arbeit gekommen. War noch auf dem Markt und habe frisches Gemüse und Kräuter gekauft. Im Laden bei uns im Haus noch schnell Wasser und Smetana. Und nun geht’s gleich ans Kochen. Freunde kommen zum Essen. Und anschließend werden wir Gesellschaftsspiele spielen. Tobi bleibt gleich über Nacht, damit wir morgen zusammen zur Arbeit gehen können.

Und so sitze ich hier am Rechner, im Bauch tummelt sich der Frühling und aus dem Player kommt Musik, die meine Beine wippen lassen. Mir geht’s gut. Einfach so. In Moskau - einer der aufregendsten Städte.

Frühlingsgefühle (11.04.2006)

Ich wache auf. Drehe mich um und schau auf den Wecker. 5.30 Uhr. Auch du drehst dich im Bett um. Drehst dich zu mir und legst dich in meine Arme. Schläfst sofort wieder ein. Ich kuschle mich an dich.

Die Sonne scheint. Es ist herrlich warm draußen. Im CD-Player dreht sich die neue CD von P!nk. Es wird Frühling. Der Schnee ist geschmolzen. Und im Bauch fängt es endlich wieder an zu kribbeln. Frühlingsgefühle.

Im Büro begegnen wir uns. Du schaust mich an. Ich gucke zurück. In unseren Augen liegt ein Glanz. Ein Funke springt. Wir beide wissen Bescheid. Brauchen nichts zu sagen. Ich muss mich losreißen, um dich nicht auf der Stelle zu verschlingen.

Ich bin genervt von der Arbeit. Zusammen gehen wir auf dem Weg nach Hause noch einkaufen. Du stöberst hier und da herum. Ich bin kaputt und möchte mich nur noch in den Sessel fallen lassen. Feierabend haben. Zicke rum. Reiß mich aber zusammen. Beobachte dich, wie du die beiden Tüten trägst. Verliebe mich in dich. Wie sexy du bist.

Wir sitzen beide vor dem Fernseher und essen Abendbrot. Es läuft ein russischer Film. Ich übersetze die vereinzelten Brocken, die ich verstehe. Du verbesserst mich. Auf einmal ist das Bild weg. Ich nutze die Chance und wir liegen eng umschlungen auf der Couch. In meinem Bauch ist wieder das Kribbeln.

In meinem Kopf ist ein kleiner Schalter umgesprungen. Nun ist der Zugang zum Herzen wieder frei und für dich erreichbar. Ich genieße die viele Liebe, die du mir gibst. Das Abenteuer Leben geht weiter.

Metro (14.04.2006)

Der gestrige Abend war lang. Und wir haben uns köstlich amüsiert. Beauty-Männer-Abend. Herrlich. Umso schwerer ist das Aufstehen. Draußen ist es dunkel. Es regnet. Ich stell mich unter die fremde Dusche und schleiche mich langsam aus dem Haus. Auf der Straße fuchteln die Leute mit ihren Regenschirmen herum. Der Weg zur Metro ist glücklicher Weise nicht so weit. Vor dem Eingang tummelt sich bereits eine Masse. Ich schiebe mich langsam bis zu den Schranken vor, stecke meine Fahrkarte in den Schlitz, warte auf die grüne Lampe und gehe durch. Weiter zur Rolltreppe. Rechts stehen, links gehen. Egal, ob sich alles staut oder nicht. Also reihe ich mich rechts ein, denn zum Laufen ist der Weg zu weit.

Ich stehe. Vor und hinter mir, dichtgedrängt die anderen. Zwei bis drei Minuten. Dann bin ich unten und das Gedränge geht weiter. Eine riesige Traube voller Menschen schiebt sich Stück für Stück Richtung Gleise. Die Metro kommt. Alle stürzen sich auf die Türen. Die Aussteigenden haben kaum Platz. Die Leute in den Wagons können kurz durchatmen. Das Geschiebe und Gedrängel ist faszinierend. Ob Platz ist oder nicht, egal. Man erkämpft sich den Weg, um herein zukommen. Ein Drittel der Menschen hat es geschafft. Die Türen schließen. Die Bahn fährt.

Eine Minute später kommt die nächste. Das gleiche Spiel. Diesmal bin auch ich dabei. Stehe mitten drin. Festhalten geht nicht. Umfallen auch nicht. Nächste Station bin ich es, der die kurze Zeit des Aus- und Einsteigens nutzt, um kurz frische Luft zu schnappen.

Ich bin am Ziel. Drängel mich zur Tür und bin draußen. Laufe ganz langsam mit der Masse mit. Richtung Rolltreppe. Kurz davor staut sich alles. Die linke Seite der Rolltreppe ist frei. Ich bin mutig und laufe eine Stufe nach der anderen hoch. An den Leuten vorbei. Auf der Häflte bin ich aus der Puste. Rechts ist kein Platz frei. Also muss ich weiter. Bis nach oben. Dort angekommen, versuche ich meinen schnellen Atem zu verbergen. Geschafft. Noch zehn Minuten Fußweg zum Büro. Es regnet immer noch.

Hilfe! (21.04.2006)

Ich bin tot. Fertig. Kaputt. Alle. Einfach tot. Mein Kopf ist voll. Voller Arbeit. Morgen ist Samstag. Das erste Mal, dass ich an einem freien Tag ins Büro gehe. Aber ich muss. Hatte mal wieder eine Idee im Kopf. Eine Liveübertragung der Fußball-WM. Hier in Moskau. Bei uns im Haus. Mein Ziel ist schließlich, viele Leute ins Haus zu bekommen. Also habe ich mit der ARD telefoniert und bin mit dem Lizenzgeber der Rechte in Kontakt getreten. Heute kam die Genehmigung. Bravo! Vor Freude bin ich gleich zum Goethe Institut gelaufen. Bravo! Sagen auch sie. Wollen mich unterstützen. Also ist es keine kleine Popelveranstaltung mehr. Jetzt geht es um ein paar Besucher mehr. Keine kopierten Flyer mehr, jetzt müssen welche gedruckt werden. In Farbe natürlich. „Da könnte man doch vorher zur Einstimmung eine große Party mit Livemusik organisieren“, kam mir entgegen. Klar. Tolle Idee. Aber wer setzt das alles um? Hilfe! Aber wer glänzen will, muss auch etwas dafür tun. Also werde ich mich morgen ins Büro setzen und ein Konzept schreiben. Das geht dann an meine Chefin, die Direktorin des Hauses. Sie wird sich freuen. Bis sie liest was das kostet. Also müssen Sponsoren her. Denn wer will sich einfach nur die Spiele ansehen. Getränke und Essen muss es geben. Auch sollte drumherum etwas passieren. Ein Fußball-Quiz? Zettel zum Tippen? Torschießen vor der Tür? Luftballons für die Kleinen? Am 09. Juni ist Anpfiff. Bisher steht noch nichts. Und die nächste Woche über bin ich in Kurgan. Also habe ich genau einen Monat Zeit. Hilfe!

Heute war ich den ganzen Tag mit den Vorbereitungen des Workshops nächste Woche beschäftigt. Habe tausend Zettel kopiert, geklammert, falsch sortiert, alles neu gemacht… Sollen die Songtexte auf farbigem Papier gedruckt werden? Aber welche Farbe? Woher bekomme ich Hefter? Die Heftklammern sind alle. In 30 Minuten muss ich los. Hilfe!

Aber ich habe es geschafft. Pünktlich. Vor dem Theater. War der erste. Alle anderen kamen zu spät. Schnell rein. Heute steht Klassische Musik auf dem Programm. Ein Konzert. „Bilder einer Ausstellung“ und Tschaikowski. Großartig! Der riesige Chor steht auf Podesten und präsentiert sich schon allein optisch opulent. Auf der Bühne befinden sich fast mehr Menschen als im Publikum. Und dann die Musik. Herrlich. Wann war ich das letzte Mal auf einem klassischen Konzert? Das Orchester spielt gut. Bis auf die Tuba, die quäkend die Töne nicht trifft. Mein Blick richtet sich immer wieder auf die erste Oboe. Eine Frau. Die tollste von allen. Ich lausche ihren Tönen und erstarre bei jedem Solo. Erinnerungen werden wach. Damals hat dort meine Mutter gesessen… Die Angst, vor Müdigkeit einzuschlafen und unsanft mit einem Hieb in die Seite geweckt zu werden, war unbegründet. Ich war einfach nur fasziniert.

Gestern waren wir auch schon in diesem Theater. Eine Oper. „La Traviata“. Leider saßen wir im Parkett unter dem Balkon und haben somit einen sehr dumpfen Klang. Zudem war es eine sehr moderne Inszenierung. Nicht mein Fall. Aber trotzdem schön, mal in Moskau gesehen zu haben.

Dass ich bisher keinen Kulturschock von den vielen kulturellen Ereignissen bekommen habe, ist ein Wunder. Fast jeden Abend etwas anderes. Neulich waren wir bei einem Festival. „Die goldene Maske“. Jeder sprach davon und die ganze Stadt war zuplakatiert. So wie jetzt mit Gregorian. Die Mönche schauen mystisch von allen Häuserwänden. Im Fitnessstudio wird die Musik gespielt und im Büro werden die CDs getauscht. Hilfe! Jedenfalls waren wir bei diesem Festival. Drei Bands sind nacheinander aufgetreten. Die erste war der Horror. Alte Männer mit Gitarren. Kamen sich fürchterlich cool vor und haben alle Regler ihrer Effektgeräte hochgezogen. Rock sollte es wohl sein. Was es auch immer tatsächlich gewesen ist. Aber die Leute fanden es gut. Auf der Bühne musste nur einer die Gitarre in die Luft halten und alle haben gebrüllt. Hilfe! Aber dafür war die zweite Band der Hammer. Nina Nastasia aus Amerika. Mit ihrer Akustikgitarre in der Hand stand sie am Mikro und sang. Sang uns die Gänsehaut auf die Rücken. Dazu ein Schlagzeug und eine Geige. Irre! Inzwischen haben wir uns die CD gekauft, die rauf und runter läuft. Singer/Songwriter. Eine Stimme wie Anna Ternheim. Und musikalisch Richtung Keren Ann. Nur amerikanischer.

Und heute Morgen habe ich erfahren, dass Wir sind Helden Anfang Juni nach Moskau kommen. Eingeladen vom Goethe Institut. Und ich wurde gefragt, ob ich nicht bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen kann. Klar kann ich. Und hingehen zum Konzert auch. Hehe.

Es hat gerade 0 Uhr geschlagen. Zeit fürs Bett. Habe schließlich noch viel zu tun. Die nächste Idee spukt schon im Kopf herum. Kurzfilme.



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